8. November 2008:
Nazikundgebung in Buxtehude
Am kommenden Samstag wollen Neonazis im niedersächsischen Buxtehude eine Kundgebung durchführen. Vor dem örtlichen Jugendzentrum wollen die Neonazis "direkt vor der Nase der Antifa" gegen vermeintliche "linksextreme Umtriebe" und ein gar nicht mehr existierendes Antifa-Cafe im Freizeitheim Buxtehude protestieren.
Treffpunkt der Nazis ist der Bahnhof Neukloster. Von dort soll es mit dem Zug nach Buxtehude gehen. Um 15 Uhr soll die Nazikundgebung beginnen. Als Veranstalter treten "Regionale Freie Kräfte aus Stade und Buxtehude" in Erscheinung.
In einem Aufruf jammern die Nazis und beschreiben Buxtehude als "roten Fleck in der Landschaft" und wissen von "linksextremen Umtrieben" zu berichten. Nazis seien "attackiert, bedroht und verletzt" worden. Während des letzten Landtagswahlkampf seien außerdem Wahlhelfer der NPD "angegriffen und verletzt" worden. Außerdem richtet sich die Nazikundgebung gegen die örtliche Antifa-Gruppe, die angeblich "mit offizieller Genehmigung und Befürwortung" im Jugendzentrum tagen und dort ein Antifa-Cafe betreiben würde.
Doch mit ihrer Kundgebung kommen die Neonazis einige Monate zu spät. Im Februar 2008 kam es in Buxtehude zu einer Diffamierungskampagne gegen die örtliche Antifa. Die Junge Union und die CDU fordert schon damals, dass die Antifa das Freizeitheim zu verlassen hat. Aufhänger war ein Flugblatt der Antifaschistischen Aktion Buxtehude, in dem sich folgender Satz fand: "Dich nerven rassistische Vorurteile àla NPD und CDU". Aufgrund dieser Formulierung fühlte die CDU sich beleidigt und der CDU-Ratsherr Achim Biesenbach forderte, dass die "linksradikale" Antifa das Freizeitheim zu verlassen habe.
Seit 20 Jahre trafen sich linke Jugendliche und aktive AntifaschistInnen im Freizeitheim Buxtehude. Es wurden Konzerte und Veranstaltungen organisiert und über Jahre prägten diese Initiativen das kulturelle und politische Leben Buxtehudes mit. Was der CDU und anderer Rechte und Reaktionäre schon lange ein Dorn im Auge war, wurde dann vom Jugendhilfeausschuss umgesetzt: Der Antifa-Gruppe und dem Antifa-Cafe wurden die Räumlichkeiten entzogen.
Nun versuchen die Neonazis auf den Zug der CDU aufzuspringen. Allerdings kommen sie mit ihrer Kundgebung Monate zu spät. Was sie fordern, hat die CDU schon längst umgesetzt.
Im Aufruf der Nazis zur Kundgebung heißt es außerdem, dass die "regionalen Zusammenhänge und Kleinstgruppen" Buxtehude zur "Frontstadt" erklärt haben. Mit weiteren Naziaktionen ist also in Zukunft zu rechnen. Im typischen Nazivokabular rufen die Veranstalter der Nazikundgebung dazu auf, Buxtehude von den "roten Ratten" zu "befreien".
Antifaschistinnen und Antifaschisten sind aufgerufen, sich den Nazis in Buxtehude entgegenzustellen und die Nazikundgebung zu verhindern.
Seite der Antifa Buxtehude:
http://antifabuxtehude.blogsport.de/
Am selben Tag will die NPD einen bundesweiten "Infostand-Aktionstag" durchführen. Mit weiteren Naziaktivitäten an diesem Tag ist deshalb zu rechnen.
Infos zum "Infostand-Aktionstag":
hier
Aktuelle Infos zu Buxtehude:
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